Von Entsorgung und Verwertung

Ach wie war es doch vordem,
mit Sperrmüll pro Quartal bequem.
Man wusste immer: es ist Zeit,
herauszustell‘n ´ne Kleinigkeit.

Und war es größer - dann und wann,
es packte immer einer an.
Manch Sammler von den Alt-Metallen,
räumt‘ mit den Keller – Dir zu gefallen.

Der Mülltourismus war verpönt,
manch Bastler jedoch … sich noch sehnt.
Ne Lampe heute eingepackt,
hat morgen wieder Licht gemacht.

Recycling in der besten Art,
war damals durchaus angebracht.
Doch plötzlich gab es das nicht mehr,
heut brauchst Du Internet und mehr.

Bestellst Entsorgung und bist „clean“,
bei Öko’s heißt das vielleicht „grün“ !?
Und hast Du den Termin verpasst,
dann bist Du wirklich erst verratzt.

Du suchst Dir ein ganz großes Auto
und legst es aus mit Plastik-Folio.
Packst Deine Trümmer dort hinein –
dazu bist Du jetzt auch allein.

S’ist keiner da, der Dir mal anpackt,
drum merkst Du’s morgen, wenn Du Sport machst.
Dein Rücken mault: „Wat soll der Mist,
häst Du verjesse, wie alt Du bes?“

Egal, da muss der Rücken durch,
sonst schimpft ding Frau - da hast Du Furcht.
Mit großem Auto fährst Du dann,
zu Bonn Orange, und sieh mal an:

Man(n) guckt mal in Dein Auto rein:
„Privat“ sagst Du – er sagt nur „Fein“.
Er brummt nur „15“ vor sich hin,
ich hatte „5“ von früher drin.

Nun bin ich mittlerweile grau,
und werde aus dem Ding nicht schlau.
Ich frag den Mann am Tor sogleich,
warum so hoch der „Bring-Weg-Preis“.

Wenn’s abgeholt wird zahlst Du nix,
Hier wird entsorgt – verstehst Du nicht?
Es sind zwei völlig andre Stiefel,
das mit Entsorgung und Verwertung.

Normal muss so ´ne Autoladung
mit 39 Eu bezahlt sein.
Das kost‘ die Menge an Entsorgung;
das abgeholte geht die nichts an.

Ich weiß nun, es zwei Firmen gibt
und jede macht ihr Ding für sich.
Die eine schmeißt den Sperrmüll fort.
Die andre wartet schön vor Ort,

bis Du Dein Scherflein dorthin bringst
und zahlst den Obulus mit links.
Weil Du ja damit unterstützt,
Verwertung edlen Überschuss.
Auch wenn ich grau bin, lernt‘ ich hier:
Dort fahr ich nicht mehr hin – „Nie Mieh!“

Martin vom Dorp
Bonn, 2022